Reiseblog

4.-6. November 2015: Luang Namtha

Wir befinden uns nun definitiv in den Tropen. Die Strecke führt von der Grenze weiter kurvig durch die Berge, vorbei an einzelnen kleinen Dörfern. Die Häuser bestehen aus Holz oder Bambus( in China waren sie aus Stein) und die  Hühner, Hunde, Gänse, Hängebauchschweine und Scharen von Kindern rennen frei herum. Vor den Häusern liegt der Reis zum Trocknen ausgebreitet und die Bauern arbeiten auf den Feldern.

In Luang Namtha wollen wir erst einmal ausspannen, deshalb quartieren wir uns im Garten eines Guest Houses ein. Dieses beherbergt zudem ein Restaurant auf einer grossen Terrasse direkt am Nam Ha Fluss. Für uns fast wie im Paradies, es kommt richtig „Ferienstimmung“ auf.

Das erste Mal seit langem erwachen wir morgens wieder ohne Wecker…

Es steht doch so einiges auf unserer To-do-Liste, vieles ist in den letzten drei Wochen liegen geblieben: Blog aktualisieren, Fotos speichern, Mails beantworten, SIM-Karte organisieren, Winterkleider verstauen und die nächsten Wochen planen…

Der Lasti wird wieder mal richtig gewaschen und bekommt seine Federbolzen gefettet, während ich ihm eine schon seit Langen nötige Innenreinigung verpasse…

Und die Jungs geniessen es, einfach wieder mal in Ruhe zu spielen…

Nils und Jonas gehen mit Dominik zum Coiffeur. Vielleicht wäre es besser gewesen, ich wäre auch mitgegangen, denn die beiden kommen mit halb rasiertem Hinterkopf zurück. Sozusagen die Mönchstonsur in umgekehrter Form. Nur konnte ich mir das Entsetzen ja nicht anmerken lassen…;-)Zum Glück wachsen die Haare ja schnell nach! Wenigstens schwitzen sie jetzt nicht mehr so…;-)!

Im offenen Coiffeursalon hatten die drei zudem ein Zusammentreffen mit einer Schlange, die quer durch den Laden schlängelte… Vielleicht doch besser, war ich nicht dabei..;-)!

 

 

4. November 2015: Sabaidee im Land der eine Million Elefanten

Wir sind nur noch ca. 50 km von der Grenze entfernt.Man wähnt sich bereits jetzt in Laos. Es ist tropisch, feuchtwarm undVerkehrschilder weisen auf wilde Elefanten hin…

Es regnet immer noch, wie schon seit Tagen. Zwar mit Unterbruch, dennoch fühlt sich langsam alles feucht an und ich muss das Kleiderwaschen schon seit Tagen verschieben.

Der Grenzort Mohan ist palmenbewachsen und man hat das Gefühl, der Zoll befinde sich mitten im Dschungel. Ein letztes Gruppenfoto im strömenden Regen- danach geht’s an die Zollformalitäten. Zwanzig Minuten später haben wir China bereits hinter uns gelassen, das ging nun unglaublich schnell! Wir hatten nicht mal Zeit, uns von Tony zu verabschieden!

Auch auf der laotischen Seite geht es erstaunlich schnell, für maximal 15 Tage Aufenthalt brauchen wir nicht mal ein Visum. Und nicht ein einziges Mal müssen wir unser Fahrzeug öffnen und inspizieren lassen! Bereits mittags sind wir in Laos- und die Sonne scheint!

Nun heisst es Abschied nehmen! Wer weiss- vielleicht sieht man sich irgendwo wieder…? Irgendwie komisch, nun wieder ganz allein unterwegs zu sein…;-)

 

  • laotischer Grenzübergang

4. November 2015: Auf Wiedersehen China!

Nach gut drei Wochen und weiteren 4300 Kilometern sind wir nun sozusagen an der laotischen Grenze angelangt.

Die letzten drei Wochen waren äusserst intensiv und vollgepackt mit langen Reisetagen, viel Kultur und Geschichte. China ist ein riesiges Land, sehr abwechslungsreich, voll von Extremen- und doch haben wir nur einen Bruchteil davon gesehen!

Uns ist ein modernes China begegnet, mit riesigen Einkaufszentren, Luxuslimousinen, Bauboom allerorts und Preise, die bezüglich Autobahngebühren und Eintrittspreise mit Westeuropa vergleichbar sind. Andererseits wird man aber auch mit dem anderen China konfrontiert. Mit der Armut, Bauern, die ihre riesigen Maisbündel oder Brennholz auf dem Rücken tragen, Feldarbeit mit dem Pferd oder Ochsen verrichten, Frauen, die ihre Wäsche im Fluss waschen und überall begleitet einem die immense Luft- und Umweltverschmutzung. Vor allem im Norden, wo hauptsächlich die Kohleindustrie dominiert, ist der Himmel kaum noch zu sehen. Flüsse sind oft giftige Brühen und die Industrieschornsteine qualmen unaufhörlich… Hier besteht dringend Handlungsbedarf, sonst droht wohl bald der Umweltkollaps!

China mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern ist das pure Gegenteil der bevölkerungsarmen Mongolei! Menschen überall, egal, wohin man geht. Bei den Sehenswürdigkeiten manchmal Warteschlangen ohne Ende. Wir haben die Chinesen als sehr freundlich und äusserst neugierig erlebt. Egal, wo wir gerade anhalten- es bildet sich sofort eine Menschentraube und alle wollen Fotos von und mit uns machen- von den Kindern sowieso. Die wurden manchmal richtig in Beschlag genommen- nicht immer nur zu ihrer Freude 😉

Egal wo wir auftauchen, es werden gleich die Handys gezückt und Selfies gemacht. Manchmal werden wir auf offener Strasse angesprochen, weil die Leute ein Foto von uns wollen….Einige Male kam es fast zu Unfällen, weil die Chinesen mit dem Fotografieren und Bestaunen unserer Fahrzeuge beschäftigt waren, statt auf den Verkehr zu achten.

 

Ich glaube, das Reisen in der Gruppe war für uns alle nicht immer so einfach. Wir mussten uns erst irgendwie finden. Es ist gar nicht so leicht, wenn jeder andere Vorstellungen vom Reisen hat und andere Abläufe gewohnt ist, doch schlussendlich haben wir uns irgendwie zusammengerauft und es hat ganz gut geklappt. Wir haben viele schöne Momente zusammen erlebt und jetzt, nach drei Wochen, werden wir die anderen schon fast ein bisschen vermissen. Vor allem die geselligen Abende werden uns lange in Erinnerung bleiben!

Trotzdem ist wohl jeder froh, nun wieder seinen eigenen Weg gehen zu können…

Tony, unser Guide, war ein guter Begleiter, freundlich und zurückhaltend. Stets bemüht, uns die Schönheiten seines Landes näher zu bringen…Auch er wird froh sein, ein paar Tage früher als geplant zu seiner Familie zurückzukehren.

Wenn wir etwas nicht vermissen, dann ist es das grusige Geschneuze und Gekoder der Chinesen 😉

 

 

3. November 2015: Mengla

Wir schlafen aus (zumindest bis die Kinder wach sind;-)), frühstücken gemütlich und stellen uns auf einen langen Wartetag ein.

Doch wir sind noch nicht mal mit dem Kaffee fertig, als die Nachricht kommt, dass Sebans Rad soweit repariert werden konnte. Wir werden an der nächsten Raststätte erwartet!

Fast überstürzt müssen wir alles zusammenpacken und aufbrechen. Um 10:00 sind wir wieder on the road! Wir wollen es heute noch bis kurz vor die Grenze schaffen, ein letzter langer Fahrtag in China!

Die Vegetation wird zunehmend tropischer, die Berge etwas weniger hoch und die Luft immer feuchter. Tee- und Kautschukplantagen ziehen am Fenster vorbei, abwechselnd mit Bananenplantagen und Reisfeldern. Stäucher blühen in verschiedensten bunten Farben und Palmen säumen den Weg und wir erblicken die ersten Wasserbüffel.

Gerade erst waren wir noch in der Wüste- nun sind wir von dickem Dschungel umgeben. Dazwischen trennen uns ca. 4300 km….

 

  • Teeplantagen

2. November 2015: Mojiang

 

Es herrscht Katerstimmung, zudem spielen sie auf dem Sportplatz nebenan bereits seit 06:30 in der Frühe Basketball…! Trotzdem geht’s weiter. Da es immer noch regnet und die Prognosen bis Ende Woche nicht besser sind, haben wir beschlossen, auf direktem Weg Richtung Grenze zu fahren. Zwar wäre ein Abstecher in die Berge Yunnans zu den Dörfern der Minderheiten bestimmt lohnenswert, doch bei diesem Wetter hat es keinen Sinn…

Wir könnten die Strecke bis Laos auf dem Highway in zwei Tagen schaffen. Würden wir früher ausreisen, gäbe es von der Agentur sogar Geld retour…

Leider scheint unser Plan am späten Vormittag bereits zu scheitern: Sebans haben Probleme mit dem Rad: die Schrauben sind kaputt und lose, ein Wunder, dass das Rad noch hält! Wir befinden uns auf einer Raststätte und Tony versucht, Mechaniker aufzutreiben. Leider erfolglos, da meist die Ersatzteile fehlen.

Der Rest der Gruppe verbringt die Nacht auf der Raststätte, während Sebans und Tony auf Werkstattsuche gehen.

Wir stellen uns auf eine lange Wartezeit ein, wenigstens hat es hier einen Spielplatz, Laden, Früchtemarkt und sogar ein Restaurant. Und noch immer regnets…!

 

 

1.November 2015: Yuanyang

Wir fahren durch die steilen Berge Yunnans, um die spektakulären Reisfelder von Yuanyang zu besichtigen. Doch leider regnet es fast ununterbrochen und hier auf fast 2000 m.ü.M. ist alles nebel- und wolkenverhangen. Leider sieht man kaum etwas von der phantastischen Landschaft!

Wir fahren auf steilen, kurvigen und engen Bergstrassen und manchmal erhascht man einen Blick auf die Berge, steile Reisterrassen und Tiefblicke ins Tal. Die Felswand geht hier fast senkrecht hinunter und weit unten sieht man den Fluss durch das Tal schlängeln. Für Dominik mit seiner Höhenangst ist es vielleicht besser, ist die Sicht nicht klarer… 😉

Zudem rutschen überall Erde und Felsbrocken von den Hängen auf die Strasse- nur zu hoffen, dass man nicht von einem Erdrutsch erfasst wird…! Die Strasse zu den berühmten Reisterrassen von Yuanyang ist gebührenpflichtig. Da man sowieso wegen dem schlechten Wetter nicht viel sieht, beschliessen wir, stattdessen eines der Seitentäler zu besichtigen. Dies ist jedoch eher enttäuschend, man sieht die Reisfelder nur in weiter Ferne im Dunst des Nebels…

Enttäuscht geht’s zurück nach Yuanyang. Unterwegs passieren wir unzählige Bananenplantagen und sehen einige einheimische Bewohner in ihren bunten Trachten, die Volksgruppen ethischer Minderheiten angehören.

Retour in Yuanyang lassen wir uns auf einem Parkplatz nieder. Wenigstens gibt’s heute etwas zu feiern: Dominiks Geburtstag! Zur Feier des Tages werden wir alle sogar von der Agentur zum Nachtessen in ein Restaurant eingeladen.

Vor dem Essen werden erst noch nach chinesischer Tradition ein paar Böller abgefeuert, dies soll Glück bringen! Den Jungs ist die Knallerei nicht so geheuer… 😉

Tony hat bereits für uns bestellt: diverse typische Speisen, zum Teil sehr scharf! Die Platten kursieren auf einer Drehscheibe in der Mitte des Tisches. Von der Schärfe mal abgesehen schmeckt es sehr lecker!

Zurück beim Parkplatz gibt es nochmals für alle eine Runde Bier und Reisschnaps, den Dominik geschenkt bekommen hat. Er schmeckt nicht nur scheusslich, sondern wird auch nicht besonders gut vertragen. Die letzten Schlucke waren dann doch zuviel…!

 

 

30.-31. Oktober 2015: Auf nach Yunnan

Frisch ausgeruht haben wir Tony wieder beim Hotel aufgegabelt und machen uns an zwei lange Fahretappen bis Kunming. Tony wechselt jeweils als Mitfahrer zwischen uns und Sebans, die anderen haben keinen Platz für einen zusätzlichen Passagier.

Der Highway führt weiter durch die Berge Sichuans. Wir befinden uns meist zwischen 1500 bis 2500 m.ü.M. Die Strasse besteht hauptsächlich aus Brücken und Tunnels. Wir dachten, die Schweizer seien Weltmeister im Tunnel- und Brückenbau, doch im Vergleich zu China kann die Schweiz nicht mithalten. Die gesamte Autobahn befindet sich praktisch auf Viadukten und Brücken, die Berge sind einfach zu steil für Strassenbau! Entsprechend geht’s auch hinauf und hinunter- doch zum Glück hat es relativ wenig Verkehr. Nun wissen wir auch, wieso Chinas Highways so teuer sind!

Die Vegetation ist üppig, mit vielen Bambusgewächsen, die Berge hoch und steil. Schon seit wir in China sind, fällt uns auf, dass jedes kleine Fleckchen Land, das sich irgendwie bebauen lässt, bepflanzt ist. Sei es noch so klein oder direkt an der Autobahn. Steilhänge werden terrassiert und überall wird Mais (und zunehmend auch Reis)angepflanzt. Zwischendurch ist die Landschaft fast mediterran mit Olivenbäumen, Agaven und Aloe Vera.

In Tonghai landen wir per Zufall auf einem Parkplatz neben eines Hallenbades.

Also nichts wie los ins lauwarme Nass! Die Halle ist fast leer, düster und das Wasser grünlich. Doch die Kinder plantschen wie die Grossen und werden endlich wieder mal richtig eingeweicht ;-)! Wir geniessen vor allem die heissen Duschen danach!

 

27.-30.Oktober 2015: Ruhetage in Sichuan

Die Suche nach einem geeigneten gemütlichen Lagerplatz gestaltet sich schwieriger als gedacht. Neben der Strasse, die sich eng durch die Berge Sichuans schlängelt, geht es entweder steil rauf oder runter oder man befindet sich mitten in einem Dorf. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit finden wir doch noch ein kleines Stück unbewirtschaftetes Ackerland am Rande eines Flussbettes. Die Gegend erinnert uns ein bisschen ans Maggiatal im Tessin. Während wir Feuerholz sammeln, wird Tony in die nächst grössere Ortschaft ins Hotel gebracht. Der Guide übernachtet jeweils im Hotel, während wir irgendwo campieren.

Wir beschliessen, gleich zwei Tage zu bleiben. Wir verbringen die Tage mit Haushalt, Brotbacken, Waschen und Faulenzen. Die Kinder stauen den Bach und baden im kleinen Pool. Das Wetter ist angenehm warm und das erste Mal seit der Inneren Mongolei sehen wir wieder mal die Sonne und den Sternenhimmel. Die Luft ist klar wie schon lange nicht mehr! Wir befinden uns auch auf über 2000 m. ü. M.

Wir alle geniessen das Nichtstun, Zeit zum Spielen, Plantschen und gemütliche Abende am Lagerfeuer. Marius hat Fleisch besorgt: „Chicken Ass“, den „Burzel“, den man normalerweise beim Poulet wegschneidet. Doch über dem Feuer grilliert und richtig gewürzt schmeckt die chinesische Spezialität ganz lecker.

Morgens weckt uns jeweils eine Meute Kinder auf dem Weg zur Schule. Neugierig beäugen sie unser Lager und lauschen Guils Gitarreklängen. Sie scheinen wohl noch nie weisse Langnasen wie uns gesehen zu haben!

Auch sonst kommen ab und zu Dorfbewohner des Weges und machen neugierig bei uns halt.

 

 

26. Oktober 2015: Shang li

Die klassischen Touristenziele wie Lijang oder Dali haben wir aus unserem Programm gestrichen. Tony, unser Guide empfiehlt uns stattdessen ein authentischeres Dorf, das ausserdem gratis zu besichtigen ist.

Eine schmale kurvige Strasse führt durch ein enges, bambusbewachsenes Tal, vorbei an Felsvorsprüngen und rauschenden Bächen. Leider regnet es in Strömen und alles ist nebelverhangen. Am Ende des Tales erwartet uns ein kleines Dorf, das zwar auch für die Touristen hergerichtet wurde, aber in weit weniger grossem Ausmass als andernorts.

Das malerische Dorf mit seinen Holzhäusern, Brücken, Restaurants, Teehäusern und Souvernirläden wirkt fast ausgestorben. Die Saison scheint hier vorbei zu sein. Bei schönem Wetter wäre es sicher gemütlich, am rauschenden Bach auf Terrassen unter den Schirmen zu sitzen und das grüne Bergpanorama zu geniessen… Doch uns fröstelts, es ist nass und kalt…

 

  • Bambuswälder

 

26.Oktober 2015: Leshan

Nach einer Nacht auf einem Parkplatz direkt an der Uferpromenade von Leshan geht’s mit einem Ausflugsboot stromaufwärts zum Grossen Buddha, der hier in gigantischer Grösse über dem Fluss thront. Vor über 1200 Jahren wurde der Buddha aus dem Felsen gehauen, um die unberechenbare Strömung des Flusses zu besänftigen. Mit 71 Metern Höhe ist er wirklich riesig, die Ohren sind 7 m lang, seine Schultern überspannen 28m und jede seiner Zehen ist 8,5 Meter lang!

Fast hätten wir ihn verpasst, während wir gemütlich unten im Schiff auf unseren Sitzplätzen sassen! Doch zum Glück hielt das Boot ca. 10 Minuten zu Füssen des riesigen Buddhas. Alle stürmten in ihren leuchtendorangen Schwimmwesten (anscheinend können nur die wenigsten Chinesen schwimmen) an Deck.

Auch hier wurden Nils und Jonas wohl mehr fotografiert als der Buddha 😉 !

Nach 30 Minuten war der Spuk vorbei und wir hatten wieder sicheren Boden unter unseren Füssen. Leider ist auch hier- am Zusammenfluss dreier grosser Flüsse- die Luftfeuchtigkeit sehr hoch: es ist neblig und diesig….