20.- 28. April 2016: Issyk Kul, Nordufer

20. April:

Wir müssen sicher bis anfangs nächster Woche auf unsere Visa warten und da der Lasti wieder einigermassen fährt, wollen wir die Wartezeit ausserhalb der Stadt verbringen und beschliessen, nochmals zum Issyk Kul zu fahren.

Diesmal geht’s an Nordufer und wir finden einen Platz auf einer kleinen Landzunge, wo sich im Sommer ein Kinderferienlager befindet. Die etwas heruntergekommene Anlage steht im Moment leer, nur ein paar wenige Arbeiter kümmern sich um die Instandstellung für die kommende Saison.

Wir dürfen direkt auf dem Strand zwischen Liegestühlen, Sonnenschirmen und Umziehhäuschen parken. Im Nu sind die Jungs wieder mit ihrer Lieblingsbeschäftigung beschäftigt: dem Schaufeln…

21. April:

Unser kirgisisches Visum hätte diese Tage eigentlich ausgestellt sein müssen, doch wir warten immer noch darauf! Die russische Botschaft hat für diese Woche nur noch heute geöffnet und nimmt erst am Dienstag wieder Visaanträge entgegen.

Am Abend erfahren wir, dass es definitiv nicht mehr reicht diese Woche. Das heisst, das ganze verspätet sich nochmals um eine Woche!

Ehrlich gesagt haben wir die Warterei langsam satt, so gerne würden wir uns schon längst auf die Heimfahrt machen..!

Wir versuchen, das Beste aus der Situation zu machen und die letzten Wochen noch zu geniessen. Dies werden wohl die letzten ruhigen Tage unserer Reise sein- sobald wir die Visa haben, werden wir fast pausenlos  unterwegs sein Richtung Heimat…

Nun haben wir soviel Zeit, wie wir sie schon lange nicht mehr hatten und wohl auch nicht mehr so schnell haben werden…

Grosse Sprünge zu machen haben wir irgendwie keine Lust mehr, zumal der Lasti nicht 100% ig in Ordnung ist. Zudem herrscht im Hochgebirgsland Kirgistan, wo 90% der Fläche über 1500m und 70% gar über 3000m Höhe liegen, immer noch grösstenteils Winter. Die wunderschönen, herrlich grünen Jayloos, die Hochalmen, wo im Sommer die Nomaden mit ihren Herden in ihren Jurten wohnen, sind in dieser Jahreszeit noch recht unwirtlich, kalt und menschenleer, die Gebirgsseen noch zugefroren und die Pisten durch die Berge grösstenteils noch unpassierbar…

Doch hier am Issyk Kul, auf ca. 1600m lässt es sich eine Weile aushalten, ohne dass man gleich den nächsten Schneesturm fürchten muss…

Die Kinder sind glücklich mit dem Sandstrand und können sich bestens draussen beschäftigen. Und hier an diesem Platz haben wir alles, was wir brauchen: Wasser, Toilette, Dusche, Abfalleimer (leider keine Selbstverständlichkeit in Kirgistan!), einen sauberen Strand, wunderbare Aussicht und vor allem: wir können ruhig schlafen, ohne Angst zu haben, nachts von der Polizei geweckt zu werden…;-) (Mittlerweile leide ich schon fast unter Verfolgungswahn).

Wir nutzen die Zeit für die einen oder anderen Arbeiten wie Lasti abschmieren, putzen, Schrauben nachziehen, Fenster reinigen, Kleider waschen, auf- und umräumen, Blogeinträge aktualisieren, Brot backen, etc.

Vor allem die Jungs geniessen die Zeit zum Basteln, Spielen, Malen…

27. April:

Endlich, wir haben das kirgisische Visum! Die russischen Visa wurden heute beantragt und wenn alles klappt, können wir sie am Freitag endlich abholen! Dann gehts so schnell wie möglich Richtung Heimat…!

 

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